Was der Strompreis hier zeigt – und was nicht
Angezeigt wird der Day-Ahead-Großhandelspreis der Strombörse EPEX für die Gebotszone Deutschland/Luxemburg (DE-LU), hier als Stundenwerte in Cent pro Kilowattstunde. Das ist der Preis, zu dem Strom einen Tag im Voraus an der Börse gehandelt wird – eine wichtige Grundlage vieler dynamischer Stromtarife wie Tibber, Rabot, Ostrom oder aWATTar.
Wichtig: Das ist der reine Börsenpreis (netto). Was du am Ende zahlst, liegt höher, weil je nach Tarif Beschaffung, Vertrieb und Marge des Anbieters, Netzentgelte, Messstellenbetrieb, Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Umsatzsteuer dazukommen. Diese Bestandteile ändern sich in der Regel nicht stündlich. Für die Frage „wann sollte ich meinen Strom verbrauchen?“ zählt deshalb vor allem der schwankende Börsenanteil – und genau den zeigen die Kurven oben.
Wann ist Strom typischerweise am günstigsten?
Ein festes Muster gibt es nicht, aber Faustregeln: Nachts zwischen etwa 0 und 5 Uhr sowie mittags bei viel Sonne (Solarstrom-Überschuss) ist der Börsenpreis oft am niedrigsten. Teuer wird es meist morgens um 7–9 Uhr und abends zwischen 18 und 21 Uhr, wenn viele gleichzeitig verbrauchen und wenig Erneuerbare einspeisen. An sonnig-windigen Tagen kann der Börsenpreis sogar negativ werden. Bei manchen dynamischen Tarifen wird der variable Energieanteil dann sehr niedrig oder ausnahmsweise negativ; der gesamte Endpreis bleibt wegen der übrigen Bestandteile aber oft trotzdem positiv. Verlass dich nicht auf die Faustregel, sondern auf die tatsächlichen Werte des Tages oben.
So sparst du wirklich
Der reine Blick auf den Preis bringt nichts, solange dein Tarif nicht mitschwankt. Um von günstigen Stunden zu profitieren, brauchst du zwei Dinge: einen dynamischen Stromtarif (seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromlieferanten nach §41a EnWG Letztverbrauchern mit intelligentem Messsystem auch einen dynamischen Tarif anbieten) und eben dieses intelligente Messsystem (Smart Meter), das deinen Verbrauch zeitaufgelöst erfasst – in der Regel viertelstündlich – und übermittelt; abgerechnet wird nach diesen Werten von deinem Stromlieferanten. Dann lohnt es sich, planbare Großverbraucher – Wasch- und Spülmaschine, Wäschetrockner, E-Auto-Ladung, Wärmepumpe – gezielt in die günstigen Fenster zu legen. Ob sich ein dynamischer Tarif für dein Lastprofil rechnet, kannst du im Dynamik-Tarif-Simulator mit echten Preisen der letzten 30 Tage durchspielen.
Häufig gestellte Fragen
Ist das der Preis, den ich zahle?
Nein. Angezeigt wird der reine Börsenpreis (netto). Dein Endpreis enthält zusätzlich Netzentgelte, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umsatzsteuer sowie Messstellenbetrieb und den Anbieteranteil (Beschaffung, Vertrieb, Marge). Diese Teile ändern sich in der Regel nicht stündlich – für die günstigste Uhrzeit zählt vor allem der schwankende Börsenanteil.
Woher kommen die Daten und wie aktuell sind sie?
Die Preise stammen aus der Day-Ahead-Auktion an der Strombörse EPEX SPOT; eingebunden werden sie hier über Energy-Charts (Fraunhofer ISE). Offizielle öffentliche Referenz in Deutschland ist SMARD der Bundesnetzagentur. Sie werden mehrmals täglich aktualisiert; den genauen Datenstand siehst du oben unter „Gerade jetzt“.
Warum sehe ich die Preise für morgen noch nicht?
Die Preise für den Folgetag entstehen in der Day-Ahead-Auktion, die täglich um die Mittagszeit stattfindet. Erst danach stehen die Preise für morgen fest – seit Oktober 2025 je Viertelstunde (hier stundenweise gemittelt), veröffentlicht in der Regel kurz nach 13 Uhr. Dieses Tool aktualisiert seine Daten am frühen Nachmittag; gelegentlich dauert es länger. Vorher zeigt es nur den heutigen Tag.
Kann der Strompreis wirklich negativ werden?
Ja. Wenn sehr viel Wind- und Solarstrom eingespeist wird und gleichzeitig wenig verbraucht wird, kann der Börsenpreis unter null fallen. Mit einem dynamischen Tarif kann dein Energieanteil in solchen Stunden sehr niedrig oder ausnahmsweise sogar negativ sein – die fixen Abgaben bleiben aber bestehen.
Brauche ich für einen stundengenauen dynamischen Tarif ein Smart Meter?
In der Regel ja: Für eine stundengenaue Abrechnung nach Börsenpreisen brauchst du ein intelligentes Messsystem bzw. ein dafür geeignetes Messkonzept deines Anbieters. Ein alter Zähler oder eine einfache moderne Messeinrichtung genügt dafür meist nicht. Ob dein Anschluss betroffen ist, klärt der §14a-&-Smart-Meter-Check.
Wie berechnet ihr die Ersparnis?
Wir suchen ab jetzt das günstigste zusammenhängende Zeitfenster in der Länge deiner Geräte-Laufzeit und vergleichen es mit dem teuersten Fenster im selben Zeitraum. Die Differenz der Börsenpreise wird mit der Umsatzsteuer (19 %) auf deinen Energiebedarf hochgerechnet. Fixe Bestandteile lassen wir bewusst weg, weil sie die Verschiebe-Differenz meist nicht verändern. Es ist also eine vereinfachte Schätzung nur für den börsenpreisabhängigen Anteil, keine komplette Tarifrechnung.