Was der Strompreis hier zeigt – und was nicht
Angezeigt wird der Day-Ahead-Großhandelspreis der Strombörse EPEX für die Gebotszone Deutschland/Luxemburg (DE-LU), stundengenau und in Cent pro Kilowattstunde. Das ist der Preis, zu dem Strom einen Tag im Voraus an der Börse gehandelt wird – die Grundlage aller dynamischen Stromtarife wie Tibber, Rabot, Ostrom oder aWATTar.
Wichtig: Das ist der reine Börsenpreis (netto). Was du am Ende zahlst, liegt höher, weil Netzentgelte, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umsatzsteuer und der Aufschlag deines Anbieters dazukommen. Diese Bestandteile sind aber in jeder Stunde gleich hoch. Für die Frage „wann sollte ich meinen Strom verbrauchen?“ zählt deshalb nur der schwankende Börsenanteil – und genau den zeigen die Kurven oben.
Wann ist Strom typischerweise am günstigsten?
Ein festes Muster gibt es nicht, aber Faustregeln: Nachts zwischen etwa 0 und 5 Uhr sowie mittags bei viel Sonne (Solarstrom-Überschuss) ist der Börsenpreis oft am niedrigsten. Teuer wird es meist morgens um 7–9 Uhr und abends zwischen 18 und 21 Uhr, wenn viele gleichzeitig verbrauchen und wenig Erneuerbare einspeisen. An sonnig-windigen Tagen kann der Preis sogar negativ werden – dann gibt es zeitweise Geld fürs Verbrauchen. Verlass dich aber nicht auf die Faustregel, sondern auf die tatsächlichen Werte des Tages oben.
So sparst du wirklich
Der reine Blick auf den Preis bringt nichts, solange dein Tarif nicht mitschwankt. Um von günstigen Stunden zu profitieren, brauchst du zwei Dinge: einen dynamischen Stromtarif (seit 2025 muss ihn jeder Anbieter führen) und ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das deinen Verbrauch stundengenau abrechnet. Dann lohnt es sich, planbare Großverbraucher – Wasch- und Spülmaschine, Wäschetrockner, E-Auto-Ladung, Wärmepumpe – gezielt in die günstigen Fenster zu legen. Ob sich ein dynamischer Tarif für dein Lastprofil rechnet, kannst du im Dynamik-Tarif-Simulator mit echten Preisen der letzten 30 Tage durchspielen.
Häufig gestellte Fragen
Ist das der Preis, den ich zahle?
Nein. Angezeigt wird der reine Börsenpreis (netto). Dein Endpreis enthält zusätzlich Netzentgelte, Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umsatzsteuer und den Aufschlag deines Anbieters. Diese Teile sind aber pro kWh in jeder Stunde gleich – für die günstigste Uhrzeit zählt allein der schwankende Börsenanteil.
Woher kommen die Daten und wie aktuell sind sie?
Die Preise stammen von Energy-Charts.info des Fraunhofer ISE, das die offiziellen EPEX-Day-Ahead-Preise (Quelle: Bundesnetzagentur | SMARD.de) bereitstellt. Sie werden mehrmals täglich aktualisiert; den genauen Datenstand siehst du oben unter „Gerade jetzt“.
Warum sehe ich die Preise für morgen noch nicht?
Die Preise für den Folgetag entstehen in der Day-Ahead-Auktion, die täglich um die Mittagszeit stattfindet. Erst danach stehen die Stundenpreise für morgen fest – in der Regel ab etwa 14 Uhr. Vorher zeigt das Tool nur den heutigen Tag.
Kann der Strompreis wirklich negativ werden?
Ja. Wenn sehr viel Wind- und Solarstrom eingespeist wird und gleichzeitig wenig verbraucht wird, kann der Börsenpreis unter null fallen. Mit einem dynamischen Tarif kann dein Energieanteil in solchen Stunden sehr niedrig oder ausnahmsweise sogar negativ sein – die fixen Abgaben bleiben aber bestehen.
Brauche ich einen Smart Meter, um zu sparen?
Ja. Nur mit einem intelligenten Messsystem lässt sich dein Verbrauch stundengenau erfassen und zum Börsenpreis abrechnen. Ein alter Zähler oder eine einfache moderne Messeinrichtung reicht für einen dynamischen Tarif nicht aus. Ob dein Anschluss betroffen ist, klärt der §14a-&-Smart-Meter-Check.
Wie berechnet ihr die Ersparnis?
Wir suchen ab jetzt das günstigste zusammenhängende Zeitfenster in der Länge deiner Geräte-Laufzeit und vergleichen es mit dem teuersten Fenster im selben Zeitraum. Die Differenz der Börsenpreise wird mit der Umsatzsteuer (19 %) auf deinen Energiebedarf hochgerechnet. Fixe Bestandteile lassen wir bewusst weg, weil sie die Verschiebe-Ersparnis nicht verändern.