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Dynamik-Tarif-Simulator

Was hätte dein Haushalt in den letzten 30 Tagen mit einem dynamischen Stromtarif gezahlt – verglichen mit deinem Fixtarif? Gerechnet mit echten Börsenpreisen (EPEX Day-Ahead, DE-LU), nicht mit Werbeversprechen.

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Dein Haushalt

Standardwerte = Durchschnittshaushalt. Alles anpassbar.

Dynamischer Tarif
Dein Fixtarif (Vergleich)

Ergebnis (letzte 30 Tage)

€ Unterschied in 30 Tagen
Dynamischer Tarif
Fixtarif
Ø Börsenpreis
dein effektiver dyn. Preis
günstigste Tagesstunde (Ø)
teuerste Tagesstunde (Ø)
Börsenpreis (Tagesmittel, ct/kWh netto) – letzte 30 Tage
Ergebnis ist eine Schätzung: Ohne echten Lastgang (Smart-Meter-Daten) sind Verbrauchsprofile nur Näherungen. Netzentgelte variieren regional stark. Nur ca. 30–40 % deines Strompreises sind überhaupt börsenabhängig – der Rest ist fix.
Wie wird gerechnet?
  • Dein Jahresverbrauch wird anteilig auf den ausgewerteten Zeitraum umgerechnet (Tage/365) – das sind die letzten 30 Tage, soweit Börsenpreise vorliegen; innerhalb des Zeitraums stundenweise gewichtet nach dem gewählten Profil.
  • Dynamisch: je Stunde (Börsenpreis × 1,19 MwSt) + Aufschlag + Netz/Abgaben, mal Verbrauch der Stunde; plus Grundpreis.
  • Fix: Verbrauch × Arbeitspreis; plus Grundpreis.
  • Für stundenscharfe Abrechnung brauchst du real ein Smart Meter (iMSys).
Preisdaten: EPEX Day-Ahead DE-LU via Energy-Charts.info (Fraunhofer ISE) / Bundesnetzagentur | SMARD.de, Lizenz CC BY 4.0. Datenstand: 02.09.2026, 14:42 Uhr.

Was ein dynamischer Stromtarif eigentlich ist

Bei einem klassischen Tarif zahlst du das ganze Jahr denselben Arbeitspreis pro Kilowattstunde. Bei einem dynamischen Stromtarif ändert sich dieser Preis stündlich – er folgt dem Großhandelspreis an der Strombörse. Grundlage sind die EPEX Day-Ahead-Preise: Am Vortag wird für jede Stunde des Folgetags ein Börsenpreis festgelegt. Ist viel günstiger Wind- oder Solarstrom im Netz, sinkt der Preis; in der Dunkelflaute am Abend steigt er. Genau diese stündlichen Preise nimmt der Rechner oben und rechnet für vier typische Lastprofile durch, was du im betrachteten Zeitraum gezahlt hättest – im Vergleich zu einem Festpreis.

Wichtig zum Verständnis: Ein dynamischer Tarif reicht nur den reinen Börsenpreis (den EPEX-Strompreis) durch. Darauf kommen noch Netzentgelte, Steuern, Abgaben, Umlagen und ein Anbieteraufschlag. Diese Bestandteile sind weitgehend fix – dynamisch ist im Kern nur der Energieanteil. Dein Endpreis pro Kilowattstunde schwankt deshalb weniger stark, als es die nackten Börsenpreise vermuten lassen.

Voraussetzungen: Smart Meter und die Gesetzeslage 2026

Die zentrale Voraussetzung für einen dynamischen Tarif ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Nur damit lässt sich dein Verbrauch stundengenau erfassen und abrechnen – ein alter Ferraris-Zähler oder eine simple moderne Messeinrichtung reicht nicht.

Seit dem 1. Januar 2025 muss nach §41a EnWG jeder Stromlieferant mindestens einen dynamischen Tarif anbieten, sobald du ein intelligentes Messsystem hast. Vorher galt das nur für Versorger mit mehr als 100.000 Kundinnen und Kunden – diese Schwelle ist entfallen. Umgekehrt gibt es eine ergänzende Pflicht: Große Anbieter mit mehr als 200.000 Kundinnen und Kunden müssen zusätzlich ein Festpreisangebot mit mindestens zwölf Monaten Laufzeit vorhalten. Fest ist dabei der Versorgeranteil; Netzentgelte, Steuern und Abgaben dürfen weitergereicht werden.

Wer bekommt einen Smart Meter?

Nach dem Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ist der Pflichteinbau seit 2025 vorgesehen bei einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh, bei einer PV-Anlage über 7 kWp oder wenn du eine steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a betreibst – etwa Wärmepumpe oder Wallbox. Die Kosten sind per Preisobergrenze gedeckelt: im Pflichtfall meist rund 40 Euro im Jahr, bei PV-Anlagen oder steuerbaren Einrichtungen bis zu 50 Euro; eine separate §14a-Steuerbox kann zusätzlich anfallen. Verlangst du freiwillig einen vorzeitigen Einbau, darf der Messstellenbetreiber dafür ein einmaliges Zusatzentgelt von bis zu 100 Euro berechnen – die laufenden Jahreskosten bleiben aber gedeckelt. Der bundesweite Rollout läuft gestuft bis 2032; in der Praxis ist die Ausstattung noch längst nicht flächendeckend. In der Praxis heißt das: Ohne Smart Meter bleibt ein dynamischer Tarif für viele Haushalte vorerst Theorie.

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für dich?

Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wie viel Verbrauch du zeitlich verschieben kannst. Der Preisvorteil entsteht nicht automatisch, sondern nur, wenn du Strom bevorzugt in die günstigen Stunden legst.

Interessant wird die Kombination mit §14a EnWG: Wer eine steuerbare Einrichtung über 4,2 kW (neu angeschlossen ab 2024) betreibt, muss sie netzdienlich steuerbar machen und erhält dafür reduzierte Netzentgelte. Fällt ein günstiges Netz-Zeitfenster mit niedrigen Börsenpreisen zusammen, verstärken sich beide Effekte. Solche Zeitfenster im Netzentgelt gibt es allerdings nur mit Modul 3 (zeitvariable Netzentgelte mit Hoch-, Standard- und Niedertarif-Zeiten, seit dem 1. April 2025) – es ist nur zusammen mit Modul 1 wählbar und setzt ebenfalls ein intelligentes Messsystem voraus; wer nur die Pauschale nach Modul 1 oder den prozentualen Rabatt nach Modul 2 nutzt, hat keinen zeitlichen Netzentgelt-Vorteil, dann bleibt allein der Börsenpreis-Effekt. Automatisieren lässt sich das über ein Energiemanagementsystem, das Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher gezielt in die günstigen Stunden steuert.

Risiken und Grenzen der Berechnung

Ein Börsenstrom-Tarif ist keine Einbahnstraße nach unten. Die Preise sind volatil: Sie können zeitweise sogar negativ werden, an knappen Tagen aber auch deutlich über einen üblichen Festpreis steigen. Wer den Verbrauch nicht verschiebt, trägt dieses Risiko voll – im ungünstigen Fall zahlst du mehr als mit einem Festtarif.

Der Rechner oben liefert bewusst nur Richtwerte, keine Garantie. Er nutzt echte, aber vergangene EPEX-Preise – die Zukunft kann anders aussehen. Anbieteraufschläge, Grund- und Messpreise unterscheiden sich je nach Tarif, und dein reales Lastprofil weicht von den vier Musterprofilen ab. Nimm das Ergebnis als Orientierung, nicht als exakte Abrechnung. Anbieter wie Tibber, Rabot, Ostrom oder aWATTar/Octopus arbeiten alle mit dem Börsenpreis als Basis, unterscheiden sich aber in Aufschlag, Abrechnung und App – ein Vergleich lohnt sich vor jedem Wechsel.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein dynamischer Stromtarif?

Ein Tarif, dessen Arbeitspreis nicht fest ist, sondern stündlich dem Großhandelspreis an der Strombörse folgt. Basis sind meist die EPEX Day-Ahead-Preise, die einen Tag im Voraus für jede Stunde feststehen. Dynamisch ist dabei nur der Energieanteil – Netzentgelte, Steuern und Abgaben bleiben weitgehend fix.

Brauche ich für einen dynamischen Tarif einen Smart Meter?

Ja. Ein intelligentes Messsystem ist die entscheidende Voraussetzung, weil nur damit dein Verbrauch stundengenau erfasst und abgerechnet werden kann. Ein alter Zähler oder eine einfache moderne Messeinrichtung genügt nicht.

Ab wann müssen Anbieter dynamische Tarife anbieten?

Seit dem 1. Januar 2025 muss nach §41a EnWG jeder Stromlieferant mindestens einen dynamischen Tarif anbieten, sofern du ein intelligentes Messsystem hast. Die frühere Grenze von 100.000 Kunden ist entfallen. Große Versorger mit mehr als 200.000 Kunden müssen zusätzlich ein Festpreisangebot mit mindestens zwölf Monaten Laufzeit führen, bei dem der Versorgeranteil fest bleibt.

Für wen lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?

Vor allem für Haushalte, die Verbrauch zeitlich verschieben können – etwa mit Wärmepumpe, E-Auto, Batteriespeicher oder planbaren Großgeräten. Wer starr über den Tag verteilt verbraucht und keine steuerbaren Lasten hat, spart meist wenig. Ob es sich für dich lohnt, hängt also stärker von deinem Lastprofil ab als vom Tarif selbst.

Können die Börsenpreise auch negativ oder sehr hoch werden?

Ja, beides kommt vor. Bei viel Wind- und Solarstrom kann der EPEX-Strompreis zeitweise negativ werden, an knappen Abendstunden dagegen deutlich über einen Festpreis steigen. Ohne Lastverschiebung trägst du dieses Schwankungsrisiko voll.

Was hat §14a EnWG mit dynamischen Tarifen zu tun?

§14a betrifft steuerbare Verbrauchseinrichtungen über 4,2 kW (neu angeschlossen ab 2024) wie Wärmepumpe oder Wallbox: Sie müssen netzdienlich steuerbar sein und bekommen dafür reduzierte Netzentgelte. Ob sich daraus zusammen mit einem Börsenstrom-Tarif ein doppelter Vorteil ergibt, hängt vom gewählten Modul ab: Modul 1 (pauschale Reduzierung) und Modul 2 (60 % weniger Netzentgelt-Arbeitspreis über einen separaten Zähler) kennen keine Zeitfenster – hier sinkt die Rechnung unabhängig von der Uhrzeit. Erst Modul 3 (zeitvariable Netzentgelte, seit 1.4.2025 und nur zusammen mit Modul 1 wählbar) bringt günstige Netz-Zeitfenster – fallen sie mit niedrigen Börsenpreisen zusammen, verstärken sich beide Effekte.

Was kostet der Smart Meter?

Die Kosten sind im Messstellenbetriebsgesetz per Obergrenze gedeckelt. Im Pflichtfall liegen die laufenden Kosten meist bei rund 40 Euro pro Jahr, bei PV-Anlagen oder steuerbaren Einrichtungen bis zu 50 Euro. Für einen freiwillig gewünschten vorzeitigen Einbau darf einmalig ein Zusatzentgelt von bis zu 100 Euro anfallen; die jährlichen Kosten bleiben gedeckelt. Eine reine moderne Messeinrichtung ohne Kommunikationsanbindung kostet höchstens 25 Euro brutto im Jahr.